Wie wollen wir leben? Geschlechterbild in den Religionen

Wir, das S1-Religionsprofil, hatten am Profiltag für einen Projekttag (sechs Unterrichtsstunden) zwei Teamer/innen des Projektes „Wie wollen wir leben? – Filme und Methoden für die pädagogische Praxis zu Islam, Islamfeindlichkeit, Islamismus und Demokratie“ zu Gast. Die Workshops werden vom Hamburger Landesinstitut (LI) und dem Berliner Verein ufuq.de angeboten und befassen sich mit Religion, Identität, Zugehörigkeit, Geschlechterrollen, radikalen Predigern im Internet und Diskriminierungserfahrungen. Die Teamer/innen, meist eine Frau und ein Mann, arbeiten mit Filmen und Methoden, die von ufuq.de in Kooperation mit der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg (HAW) entwickelt und bundesweit in einer Vielzahl von Workshops erprobt wurden.

Die beiden Teamer/innen haben mit uns unter der Leitfrage „Wie wollen wir leben?“ über verschiedene Themen gesprochen. Der Fokus lag auf dem Frauen- und Männerbild in den Religionen. Das Projekt wurde von den Lehramtsstudierenden Lotta und Hussein geleitet.

Zu Beginn des Projekttages bekamen wir einen kleinen Einstieg ins Thema, anschließend sollten wir fünf Fragen persönlich beantworten. Die Fragen bezogen sich auf die Religion und was einem persönlich wichtig ist. Als die Frage kam, ob Frauen weniger Rechte als Männer in der Religion haben, war das ganze Profil der Meinung, dass es nicht stimmt und es an den Anhängern liegt, was dazu führt, dass so ein Eindruck entstanden ist. Denn die Religion an sich unterstützt das Vorurteil nicht, sondern es liegt oft auch an kulturellen Gegebenheiten, die das Geschlechterverhältnis prägen. Dann beschäftigten wir uns mit dem Thema Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen im Allgemeinen. Das Profil diskutierte diese Frage sehr intensiv und hielt als Ergebnis fest, dass es auch heutzutage noch keine vollständige Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern gibt.

Anschließend sahen wir einen Kurzfilm, der ebenfalls das Geschlechterverhältnis problematisierte, in diesem Fall im Islam. Beispiele zeigten, dass Männer und Frauen die gleichen Pflichten und Rechte haben.

Allerdings wird dies heutzutage in der Erziehung noch nicht immer durchgesetzt.

Im letzten Teil des Workshops bekamen wir Fotos, auf denen Frauen schlecht dargestellt wurden. Das Profil diskutierte über die Bilder und jeder konnte seine persönliche Meinung äußern. Wir fanden, dass die Bilder Frauen diskriminieren.

Zum Ende sollte jeder drei Fragen beantworten.

  1. Was stört uns?

Als Antworten kamen: Intoleranz, Rassismus, Manipulation und Diskriminierung.

2. Was wünschen wir uns?

Respekt, Erfolg, Geld, Akzeptanz und Gesundheit.

3. Was ist uns wichtig?

Mitgefühl, Familie, Gleichberechtigung und Frieden.

Das Ziel des Unterrichts war es Geschlechterbilder kritisch zu hinterfragen. Das Profil fand den Workshop sehr ergiebig und findet, dass es öfter solche Projekte geben sollte, um sich kritisch mit Vorurteilen und weiteren Themen auseinanderzusetzen.

Bericht: Natalia und Hilal aus dem S1-Religionsprofil (12d)