Exkursion des S1-Reli-Profils zum Tibetischen Tempel am 03.12.2018

Am Wandertag waren wir, das S1-Religions-Profil, im Tibetischen Tempel in Berne. Nachdem wir im Haupthaus freundlich empfangen wurden, sind wir in den Tempelraum gegangen, vor welchem wir vorerst unsere Schuhe ausziehen mussten. Der Tempel ist traditionell sehr bunt und mit vielen Statuen und Bildern von Buddha geschmückt. Über den Raum verteilt fanden wir viele Sitzkissen mit kleinen Tischen, sodass wir auf dem Boden Platz genommen haben. In den Regalen an den Wänden findet man viele heilige Schriften (Sutren) auf Tibetisch.

Als Einführung wurde uns etwas über das Leben des historischen Buddha (Gautama Siddharta) erzählt. Dieser stammte aus einer Königsfamilie und lebte abgeschottet im Palast. Eines Tages machten er und sein Diener vier heimliche Ausfahrten in die Stadt. Dabei trafen sie auf einen alten, einen kranken und einen sterbenden Menschen, woraufhin er seinen Diener jedes Mal fragte, ob er auch so enden würde, was der Wagenlenker bejahte. Zuletzt trafen sie auf einen weisen Bettelmönch und Buddha fragt seinen Diener warum dieser so zufrieden zu sein scheint. Diese Erlebnisse waren für Siddharta Anlass sich weitere Gedanken zu machen. So machte er sich auf den Weg und nach mehreren Jahren der Suche erlangte er die Erleuchtung durch Meditation. Daher nannte man ihn auch „Buddha“, was „der Erwachte“ (aus der Unwissenheit) bedeutet. So wurde er zum Gelehrten und gab das Kernstück der buddhistischen Lehre, die vier edlen Wahrheiten, an seine Schüler weiter. Dabei ist anzumerken, dass er keine Verbote aussprach, sondern Empfehlungen.

Im Buddhismus glaubt man an den Kreislauf der Wiedergeburt (Samsara) und an Karma. Karma bedeutet vom Wortstamm her Handlung. Die Wiedergeburt richtet sich nach dem guten oder schlechten Karma, welches man im Laufe des Lebens angesammelt hat. Ein zentraler Aspekt ist im Buddhismus die Auffassung, dass alles dem Prozess Entstehen-Vergehen unterliegt, auch das Geistige. Alles entsteht danach aus gegenseitiger Bedingtheit. Als Beispiel nannte unsere sehr sympathische buddhistische Lehrerin einen Tisch, welcher nicht so fest sei wie man glaube, sondern der sich immer wandle. Der Tisch existiere nicht von sich aus, sondern nur durch das, was die Menschen aus ihm gemacht hätten.

Sehr wichtig im Buddhismus ist auch die Ethik, wo es auch viele Gemeinsamkeiten mit anderen Religionen gibt. Insbesondere ist das Mitgefühl wichtig. Die Praxis ist dabei entscheidender als die Philosophie, denn alles existiert in Beziehungen; das Konstrukt
„Ich“ existiert nicht alleine, sondern ist eine Illusion. Die Buddhist/innen glauben außerdem nicht an einen Schöpfergott, der von sich aus existiert. Der Mensch ist sozusagen sein eigener Schöpfer. Aber es gibt trotzdem etwas Göttliches, das über uns hinausgeht. Innere Zuflucht finden Buddhisten durch die Verwirklichung im eigenen Geist. Beispielsweise durch Meditation und mithilfe von Buddha, seiner Lehre und der buddhistischen Gemeinschaft. Wie in jeder Religion sollte man auch im Buddhismus alles auf Plausibilität überprüfen und sich ein Leben lang weiterbilden.

Zum Schluss haben wir als Klasse kurz meditiert, was für einige sehr schwierig war, da man sich sehr konzentriert auf seinen Atem fokussieren musste und man sich leicht ablenken lässt. Insgesamt war es ein sehr interessanter Wandertag.

Aleyna, Ilayda und Müzeyyen (S1-Reli-Profil)