Biologie-Profil im Aquarium-Geomar Kiel

Am heutigen 2. Dezember 2019 starteten wir mit Herrn Koch und Frau Baumann um 9 Uhr am Bahnhof Harburg mit der S-Bahn und stiegen am Hauptbahnhof in den RE70 in Richtung Kiel. In Kiel angekommen haben wir uns zu Fuß zum Aquarium begeben und uns nebenbei den Hafen mit den Kreuzfahrtschiffen und Ostseefähren angesehen. Im Aquarium wurden wir schließlich über zwei Stunden von einer Studentin für Meeresbiologie und Ozeanforschung der Universität Kiel geführt und durften auch hinter die Kulissen schauen.

Im Gegensatz zu anderen Schauaquarien, die wir kennen (z.B. Tropenaquarium Hagenbeck), stellt das Aquarium Geomar überwiegend die marinen Ökosysteme der Ostsee dar. Über die Ostsee sollte man wissen, dass sie die geringste Salitität aller Meere hat, da sie von Landmasse umringt wird und nur über eine relativ kleine Meerenge mit der Nordsee und dem Atlantik verbunden ist. Der geringe Salzgehalt der Ostsee ist deshalb auch bedeutend für die Fische, die hier leben. Teilweise können auch eingeschleppte Süßwasserarten in der Ostsee überleben.

Die Ostsee gilt zu 90% als überfischt.
Außerdem wird das Ökosystem teils durch den Klimawandel, teils durch anthropogene (menschengemachte) Ursachen gestört. Beispielsweise durch die Überdüngung der Felder in der Landwirtschaft, wodurch der Dünger (speziell Nitrat) ins Meer sickert und so der Sauerstoffgehalt infolge übermäßigen Pflanzenwachstums im Meer verringert wird. So entstehen so genannte Todeszonen in der Ostsee, sodass insbesondere die Seegraswiesen als „Fisch-Kindergärten“ bedroht sind.

Eine gefährdete, in der Ostsee lebende Art ist die Scholle, die bevorzugt als Speisefisch zumeist vor der Geschlechtsreife, die bei Männchen ab vier bis sechs Jahren und bei Weibchen sechs bis neun Jahren erfolgt, gefangen wird. Deshalb hat sich der Bestand stark verringert. Schollen graben sich in den Sand ein und tarnen sich „Camouflage“-artig, um sich vor Fressfeinden zu schützen.

Zu den Highlights unseres Rundgangs zählten unter anderem die Anemonenfische. Die Besonderheit dabei ist, dass Anemonen den Anemonenfischen Schutz und Unterschlupf bieten und im Gegenzug Reinigung und Futterreste von den Anemonenfischen erhalten. Dieses Zusammenleben bezeichnet man als Eusymbiose. Eine Voraussetzung ist es allerdings, dass die Anemonenfische resistent gegenüber dem Nesselgift der Anemonen sein müssen.

Im Zusammenhang mit den Anemonenfischen trafen wir in einem Aquarium auf Falsche Clownfische (bekannt als „Nemo“) und in einem anderen Aquarium auf Palettendoktorfische (bekannt als „Dorie“). Beide Arten würden sich in der Natur eher selten begegnen, da sie in unterschiedlichen Ökosystemen und Habitaten des Indopazifiks leben.

Ein besonderer Schwerpunkt der Führung wurde auch auf den Einfluss des Menschen auf das Leben im Meer gelegt; insbesondere auf das Thema „Verschmutzung und Vermüllung des Meeres“.
Dadurch dass wir unseren Müll einfach irgendwo hinwerfen, gelangt dieser Müll durch Wind und Regen über Flüsse ins Meer. Dadurch entsteht insbesondere eine enorme Belastung maritimer Ökosysteme durch Plastikmüll. Insbesondere Mikroplastik wird durch Kleinstlebewesen und Fische aufgenommen und landet auf diesem Wege über die Nahrungskette auch in unserer Nahrung. Außerdem entziehen wir auch durch die Überfischung zahlreichen Raubfischen die Nahrungsquelle. Zudem sorgt ein stetig ansteigender CO2-Ausstoß für eine Erwärmung und einen Anstieg des pH-Wertes der Weltmeere, sodass insbesondere Korallen mit ihren Kalkskeletten stark bedroht sind.

Die vier Seehunde des Aquarium Geomar wurden extra zum Anlass unseres Besuchs gefüttert. Dabei wurde uns erläutert, dass Seehunde äußerst intelligente Tiere sind, die gerade in einem Zoogehege durch Training beschäftigt werden müssen. Wenn sie nicht gefordert und beschäftigt werden, dann kann das zu Depressionen führen. Außerdem sind es sehr soziale Tiere, die alle eine eigene Persönlichkeit entwickeln.

Hinter den Kulissen des Aquariums durften wir einen lebenden Seeigel streicheln und den sogenannten „Kulturraum“ besichtigen. Hier konnten wir einen innerhalb seiner Eihülle heranwachsenden Hai-Embryo beobachten, dessen Herz bereits schlug. Außerdem wurden hinter den Kulissen Seenadeln und verschiedene Krebse gezüchtet.

Im Anschluss an den Aquarienrundgang gegen 14:30 Uhr ließen wir den Tag in der Kieler Innenstadt auf dem Weihnachtsmarkt ausklingen und fuhren um 16 Uhr zurück nach Hamburg.

(Fotos: Fabian Koch, Bericht: Sarah, Sergio, Mailin, Merle, Zoé, Leanne, Erdinc, Tufan, Jiyan, Robin und Denise aus dem Biologie-Profil)