Schulzoo und Schulgarten

Seit 2015 bauen wir unseren Schulzoo auf in Vorbereitung für den Neubau am Standort Hanhoopsfeld (ab 2018). Im Zuge unseres Schulneubaus wird ab Sommer 2018 dann auch ein neuer Schulgarten mit Gewächshaus, Teichanlage, Obst- und Gemüsebeeten, Kleintier- und Hühnerhäusern entstehen.

Schulzoo

Die Schlangen, Echsen, Fische, Frösche, Insekten und anderen Wirbellosen in unserem Schulzoo werden durch die Biotop AG am Freitagnachmittag versorgt und gepflegt. Außerdem wird mindestens einmal in der Woche ein Pausen-Zoo angeboten. Die AG hat es sich zum Ziel gesetzt, die Lebensräume der Tiere möglichst naturnah als Mikrobiotop zu gestalten. Die artgerechte Haltung – insbesondere der Wirbeltiere – steht für uns vor dem Interesse, die gehaltenen Tiere auch züchten zu wollen. Auf der anderen Seite ist es wichtig, dass wir die Tiere, die wir im Schulzoo halten auch handhaben (deutsch-engl. „handlen“) können. Wir möchten die Tiere für den Biologie-Unterricht einsetzen können und dafür muss es möglich sein, die Tiere aus ihren Terrarien entnehmen und ihr Verhalten in Unterrichtssituation beobachten zu können. Außerdem wollen wir die Schülerinnen und Schüler für die Haltung und Pflege von Haustieren im Allgemeinen sowie von Exoten im Speziellen sensibilisieren.

Im aktuellen Schuljahr wollen wir zwei Terrarienschränke und Volieren in der AG selbst bauen sowie mit der Haltung von Hauskaninchen und/oder Meerschweinchen beginnen. Langfristig wünschen wir uns unter anderem Bartagamen, Königspythons und Zwergwachteln. Auch ein Aquarium für Axolotl steht auf unserer Agenda. Die aufwändige und sehr teure Kühlanlage für ein solches Aquarium wird jedoch noch etwas auf sich warten lassen müssen.

Neben unseren aktuellen Pfleglingen und Projekten möchten wir natürlich auch weiterhin neues Mobiliar und Terrarien anschaffen. Außerdem benötigen unsere bisherigen Bewohner bereits Futtermittel im Gesamtwert von ca. 500,- EUR pro Jahr. Aus diesem Grund freut sich die Biotop AG gerne über Sach- oder Geldspenden.

Schulgarten

Die Fachschaft Naturwissenschaften und insbesondere die zwölf Biologie-KollegInnen freuen sich besonders auf den Neubau der Lessing-Stadtteilschule am Standort Hanhoopsfeld. Mit dem Bezug des neuen Schulgeländes und der Zusammenlegung unserer ursprünglich drei Schulstandorte, sehen wir die einmalige Chance, unseren Schulgarten mit Gewächshaus, den es am ehemaligen Schulstandort Hanhoopsfeld bereits gegeben hatte, wiederzubeleben.

Unser vorrangiges Ziel folgt dem Konzept „Mit der Natur, von der Natur lernen“: Ein Naturbewusstsein bei SchülerInnen ist die Grundlage für nachhaltiges Handeln, es fördert die Wertschätzung der Natur und ihrer Rohstoffe bzw. Ressourcen. Zudem fördert es die Entwicklung zu einem positiven, nachhaltigen Lebensstil. Dies ist in Ballungsräumen besonders schwierig umzusetzen, gerade in sozial-schwierigen Stadtteilen stellt die Wahrnehmung von Naturerlebnissen mit allen Sinnen ein besonderes pädagogisches Ziel dar. Der Lernort Schulgarten soll hierfür einen Anlass im Schulalltag der SchülerInnen bieten. Kindliche Motorik, Kreativität, Selbstbewusstsein und Persönlichkeitsentwicklung sollen im Rahmen verschiedener Konzeptbestandteile gefördert werden.
Das ausführliche Konzept zum Schulgarten an der Lessing-Stadtteilschule, können Sie hier herunterladen. Konzept_Schulgarten_Biotop_Version

Tiergestützte Pädagogik

Mit freundlicher Unterstützung durch Sabine Marschner (Otto-Hahn-Schule; Leiterin und Koordinatorin des Netzwerk Schulzoo Hamburg)

Der Begriff „Tiergestützte Pädagogik“ leitet sich von dem Konzept der sog. Tiergestützten Therapie ab, die in den 1960er Jahren durch den Kinderpsychotherapeuten Boris M. Levinson erstmals entwickelt und angewendet wurde. In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat sich dieser Ansatz auch in Deutschland verbreitet, wurde auf wissenschaftlicher Basis weiterentwickelt und findet in zahlreichen therapeutischen und pädagogischen Projekten mit Menschen aller Altersgruppen Anwendung.

Im Fokus stehen dabei u. a. die Mensch-Tier-Beziehung sowie bindungstheoretische Aspekte als Basis der tiergestützten Intervention. Lern- und entwicklungspsychologische sowie neurobiologische Erkenntnisse unterstreichen die Bedeutung der tiergestützten Pädagogik (vergl. Vernooij, Monika A.; Silke Schneider: Handbuch der Tiergestützten Intervention, Wiebelheim 2013).

Als wesentliche Aspekte einer tiergestützten Pädagogik im schulischen Rahmen seien genannt:

  • Die Erweiterung der Lern- und Entwicklungschancen im Bereich sozial-kommunikativer, sprachlicher, motorischer wie praktischer Fähigkeiten durch die aktive Auseinandersetzung mit den Bedürfnissen und dem Verhalten der Tiere sowie der Notwendigkeit der Zusammenarbeit in der Gruppe.
  • Die Ganzheitlichkeit des Lernens im Sinne einer Integration von Körper, Geist und Seele: Tiere vermitteln Sicherheit und Geborgenheit, regen die Phantasie an und bereichern die Erlebniswelt. Sie motivieren stark zur Auseinandersetzung, zu Handlung und Bewegung. Sie fördern die Fremd- und Selbstwahrnehmung, helfen Emotionen auszubalancieren und fördern das Selbstvertrauen (vergl. Greiffenhagen, S.: Tiere als Therapie – Neue Wege in Erziehung und Heilung, München 1991)
  • Tiergestützte pädagogische Arbeit kann helfen, den Herausforderungen inklusiven Lernens und Lebens an der Schule adäquat zu begegnen. Sie bietet Möglichkeiten der sonderpädagogischen Förderung einzelner SuS, aber auch die Möglichkeit zur gleichberechtigten Partizipation geistig oder mehrfach behinderter SuS. Tiere können hier eine wichtige Rolle einnehmen, da sie nicht urteilen oder auf Behinderungen ablehnend reagieren. Sie ermöglichen einen realen und authentischen Kontakt und bieten gleichzeitig eine Kommunikation auf der Basis einfacher Interaktionen. Auch Menschen mit eingeschränkten geistigen Fähigkeiten gelingt es in der Regel, diese Interaktionen angemessen zu gestalten und zu verstehen. (vergl. Olbrich, E: Tiere und die Entwicklung kindlicher Kompetenzen, Vortrag von 2002).
  • Nicht zuletzt gibt es Erfahrungen mit der positiven Wirkung tiergestützter Pädagogik auf verhaltensauffällige Kinder und Jugendliche. Kinder, die über einen längeren Zeitraum Kontakt zu Tieren haben, reagieren weniger aggressiv und sind weniger gewaltbereit (vgl. Ludwig, C.: Kinder brauchen Tiere, Egmont Vgs, 2000).

Diese kurze Darstellung einiger Aspekte eröffnet für die konzeptionelle Weiterentwicklung der Tierhaltung an der Lessing-Stadtteilschule Perspektiven, die ich weiter unten im Punkt „Pädagogische Handlungsfelder schulischer Tierhaltung“ weiter ausführen werde. Zunächst möchte ich jedoch ein Überblick über den Ist-Zustand des Lessing-Schulzoos geben.