PGW-Reli-Profil S2 bei der Langen Nacht der Weltreligionen

Am 3. Februar sind wir zur Langen Nacht der Weltreligionen zum Thema „Glauben und Demokratie“ ins Thalia-Theater gepilgert, das mit 1000 Plätzen ausverkauft war. Nach der Begrüßung durch Prof. Dr. Katajun Amirpur (stellvertretende Direktorin der Akademie der Weltreligionen) und Joachim Lux (Intendant des Thalia-Theaters) gab es eine Lesung von Texten aus verschiedenen Religionen und Weltanschauungen aus dem Buch „Urban Prayers“ von Björn Bicker. Sie verlief nach dem Palaver-Prinzip, welches besagt, dass alle reden, bis eine Lösung gefunden ist. Es gibt jedoch eine Bedingung, und zwar dass jeder die Wahrheit sagt. In den Texten wurden Fragen aufgeworfen wie: „Warum muss ich meine Schuhe ausziehen und du nicht?“ oder „Wieso darf ich das nicht, du aber schon?“

Danach gab es die erste Gesprächsrunde mit Prof. Amirpur, Seyran Ateş (Rechtsanwältin, Menschenrechtsaktivistin und Gründerin der Ibn-Rushd-Goethe-Moschee in Berlin) und Abu Ahmed Jakobi (Muslimischer Theologe und Dialogbeauftragter der Schura Hamburg). Es wurden verschiedene Fragen diskutiert, z.B. inwiefern Religionen reformiert werden müssen, wie viel Tradition in Religionen steckt, wie es um das Verhältnis Frau – Mann in Religionen bestellt ist, wer in Universitäten und religiösen Zentren die Entscheidungsmacht hat. Es war eine sehr lebhafte Diskussion.

Im Anschluss wurden zahlreiche interessante Texte aus Religionen und Philosophie vorgetragen, z.B. von Jan Philipp Reemtsma zur Frage „Muss man Religiosität respektieren?“ und Martha Nussbaum über „Die neue religiöse Intoleranz“, aber auch aus verschiedenen heiligen Schriften, die zum Nachdenken anregten.

In der zweiten Gesprächsrunde trafen sich mit Prof. Amirpur und Seyran Ateş der Berliner Philosoph Andreas Antiç, die Politikwissenschaftlerin und Journalistin Dr. Christiane Florin und Joachim Lux zu einer Diskussion ohne Moderation. Es ging um Fragen wie: „Wieso gibt es überhaupt Trennungen in verschiedenen  Religionen?“, „Ab wann ist man eigentlich gläubig?“ und „Warum gibt es diesen großen Unterschied zwischen Mann und Frau?“

Den Abschluss des ersten Teils auf der Bühne machten wiederum die „Urban Prayers“. In der anschließenden Pause gab es ein gemeinsames Essen und Tischgespräche. Den dritten und letzten Teil bildete ein Konzert auf der Bühne.

Die Lange Nacht der Weltreligionen und das Programmheft mit vielen zusätzlichen interessanten Texten werden sicher noch Anlass für die eine oder andere Diskussion im Unterricht geben.

Andaç, Denis