Integration

Bist du vielleicht blond oder etwa Ostfriese, Pole oder Beamter?
Hast du es auch satt, ständig diese dummen Sprüche zu hören?
Diese so genannten Witze sind für die Betroffenen gar nicht komisch. Sie basieren auf Vorurteilen, die meistens kränkend sind. Deshalb sind sie Ursache von Konflikten. Vorurteile finden sich immer dort, wo nicht genug Wissen vorhanden ist, zum Beispiel über die Kultur Anderer.

Kleingruppengespräch
Da unsere Schulgemeinschaft eine große kulturelle Vielfalt umfasst, ist es uns besonders wichtig, gegenseitiges Verständnis für einander zu entwickeln. Im Gegensatz zu anderen Schulen, die „Mediatoren“ ausbilden, die im Konfliktfall eingreifen können, wird an unserer Schule das interkulturelle Kompetenztraining durchgeführt, das vorbeugend wirkt.

Das Training geht davon aus, dass jeder Mensch – infolge seiner Prägung durch Erziehung, Gruppenzugehörigkeit und kulturelle Einflüsse – bestimmte verfestigte Verhaltensweisen und Sichtweisen aufweist. Deshalb steht am Anfang zunächst das Wahrnehmen des Andersartigen, die Ermutigung sich offen gegenüber neuen Erfahrungen zu zeigen. Nach einer Phase der Selbsterkennung, in der die Auseinandersetzung mit eigenen Vorurteilen, deren Ursachen und Wirkungsweise auf andere Menschen den Schwerpunkt bildet, wird geübt, eigenes und fremdes diskriminierendes Verhalten zu erkennen.

Integration1
Aus diesen Erkenntnissen heraus entwickelt jede Klasse ein individuelles Regelwerk für den Umgang miteinander, das in Abständen auf Zweckmäßigkeit und Einhaltung überprüft wird.
Regeln allein genügen aber nicht, einen konfliktfreien Umgang miteinander zu gewährleisten.
Deshalb ist das Ziel des dritten Trainingsabschnittes, gegenseitige Wertschätzung zu erlangen, idem man mehr übereinander erfährt, sich für die Kultur des Anderen interessiert, Verständnis für Handlungsweisen aufbaut und persönliche Stärken des Einzelnen erkennt und schätzt.
Und falls es doch mal zum Konflikt kommen sollte, werden präventive Lösungsstrategien erarbeitet.
Der Grundgedanke ist immer, Vorurteilen durch Wissen entgegenzuwirken. Je besser man sich gegenseitig kennt, desto weniger Raum ist für Spekulation und Vorurteile vorhanden. Ein einfaches, aber wirkungsvolles Konzept. Ausgrenzung, Diskriminierung und Mobbing wird entgegen gewirkt, die Klasse bildet eine Gemeinschaft in der man sich gegenseitig schätzt und stützt. Und so lernt man leichter.

Jutta Koll

Schreibe einen Kommentar