Interkulturelles Kompetenztraining

Das interkulturelle Kompetenztraining ist eine Form des Sozialtrainings und gehört in den Bereich „soziales Lernen“, der an unserer Schule einen wichtigen Schwerpunkt bildet.

Worum geht es?

An der Lessing-Stadtteilschule lernen Schüler aus über fünfzig verschiedenen Nationen gemeinsam. Diese Vielfalt schätzen wir und betrachten sie als eine unserer Stärken, die wir gewinnbringend im Unterricht nutzen können.
Das bedeutet aber auch, dass wir den Anderen nicht nur durch unsere eigene „kulturelle Brille“ wahrnehmen dürfen.
Im interkulturellen Kompetenztraining geht es deshalb genau um die dafür notwendigen Kompetenzen, nämlich die eigene Prägung und die anderer und Vorurteile zu erkennen, tolerant und wertschätzend miteinander umzugehen und vorbeugend Konflikte zu vermeiden.

Wie machen wir das?

In den ersten Tagen des Schuljahres durchlaufen unsere neu zusammengesetzten Klassen der verschiedenen Altersstufen gemeinsam mit der Klassenleitung und einer weiteren Lehrkraft das interkulturelle Kompetenztraining.
Obwohl der Schwerpunkt grundsätzlich immer das Erkennen von Vorurteilen und das vorurteilsfreie Handeln ist, gibt es für jede Altersstufe ein der Entwicklung der Schülerschaft angepasstes Programm.

Klasse 5: Gegenseitiges Kennenlernen, kulturelle Unterschiede wahrnehmen, Klassenregeln und Klassengemeinschaft entwickeln.
Klasse 7: Einbinden neuer Schüler in eine bestehende Klassengemeinschaft, geschlechtsspezifische Vorurteile erkennen.
Vorstufe: Gegenseitiges Kennenlernen, Prägung und Vorurteile erkennen, vorurteilsfreies Handeln einüben, wertschätzendes und tolerantes Miteinander entwickeln, Aufbrechen stereotyper Denk-und Handlungsweisen.
Weitere Altersstufen: Bei Bedarf wird für jede weitere Altersstufe ein individuelles Programm entworfen werden. So liegt zurzeit zum Beispiel ein weiteres Programm für die Klasse 10 mit dem Schwerpunkt „Gruppenarbeit und effizientes gemeinsames Lernen“ vor.

Was wollen wir erreichen?

  •  Wahrnehmen und Auseinandersetzung mit der eigenen und der fremden Kultur.
  • Gegenseitige Wertschätzung der jeweils anderen Kultur(en).
  • Achtung der individuellen Stärken des Einzelnen.
  • Die Unterrichtsarbeit soll nicht durch Vorurteile und Mobbing behindert werden.
  • Streit wird vorgebeugt.
  • Gewaltfreie Lösungen in Konfliktsituationen werden erarbeitet und eingeübt.
  • Gegenseitige Diskriminierung unterbleibt.
  • Die Schülerschaft einer Gruppe entwickelt Empathie.
  • Jeweils eine Klasse entwickelt im Rahmen der Schulordnung eigene Regeln und hält diese ein.

Was sind unsere Erfahrungen?

Wir führen das interkulturelle Kompetenztraining seit mehr als zehn Jahren erfolgreich durch. Ein großer Teil unserer Lehrerschaft ist in schulinternen Fortbildungen zum Trainer ausgebildet worden und in der Lage, das Kompetenztraining selbst durchzuführen oder zu begleiten. Alle Lehrkräfte, für die die Leitung einer neuen Klasse vorgesehen ist, werden vorher geschult. Dazu gehört auch die Sensibilisierung für die eigene Prägung und für eigene Vorurteile.

  •  Alle bisher beteiligten Lehrer bestätigen, dass die Anzahl schwerer Konflikte geringer geworden ist.
  • Das Verhältnis von Klassenlehrkraft und Schülerschaft ist von Beginn an vertrauensvoll und offen.
  • Fast alle Schüler bewerten das Kompetenztraining als lohnende Erfahrung.
  • Mobbing und Diskriminierung treten seltener auf.
  • Die Klassengemeinschaft ist gestärkt.
  • Die Schülerschaft beginnt das Schuljahr mit positiven Erlebnissen.
  • Das Interesse der Schülerschaft an kulturellen Unterschieden ist geweckt.
  • Die Schüler nehmen sich in ihrer Unterschiedlichkeit wertschätzend wahr.
  • Der interkulturelle Dialog bereichert den Unterricht.
  • Interkulturelle Themen werden in vielen Fächern aufgegriffen.
  • Lehrkräfte können kulturell bedingte Verhaltensweisen besser einschätzen.

Wie geht es weiter?

Wir werden das interkulturelle Kompetenztraining auch in den kommenden Schuljahren weiter entwickeln und an die Schülerschaft angepasst durchführen.

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