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TUSCH Newsletter 4

Streiflicht Lessing Stadtteilschule – Thalia Theater

Kollegiums- Theaterausflug

Um die gesamte Schule mit dem Theatervirus zu infizieren, fand ein Ausflug ins Thalia Theater statt. Die teilnehmenden Kollegen erhielten eine Führung durch das Theater mit einem Blick hinter die Kulissen. Anschließend fand eine faszinierende dramaturgische Einführung in das von Leander Haußmann inszenierte Stück „Cyrano de Bergerac“ statt, die optimal auf die Aufführung vorbereitete. Der Ausflug und das Stück fanden viel Anklang und werden auf Wunsch im nächsten Schuljahr wiederholt.

Site- Specific- Performance in der HafenCity

Das Thalia Theater und Kampnagel veranstalten „Theater der Welt 2017“. Das internationale Theaterfestival steht für eine freiheitliche offene Welt und den Respekt vor der Vielfalt ihrer Kulturen und Künste: Es ist ein lebendiger Protest gegen jede Art von Fremdenfeindlichkeit oder Abschottung: Open borders – open cities – open mind. Das Festival arbeitet an der Entgrenzung festgelegter Linien und behauptet mit Nachdruck das Recht, in jeder Hinsicht verschieden sein zu dürfen. Aktuell erlebt unsere demokratische Gesellschaft von innen und außen starke Verunsicherungen und Bedrohungen, auf die wir Antworten finden müssen. Es wird immer wichtiger Position zu beziehen, sich zu bekennen, eine klare Haltung zu finden und diese auch auszudrücken. Der S2 Kurs bezieht sich in seinem Projekt: Von der Utopie zur Dystopie auf diese Fragestellung. Mit dem künstlerischen Coach Jens Jakob De Place werden vor Ort in der Hafencity Antworten auf unsere Fragen gesucht und an der Umsetzung gefeilt. Die Schüler denken in den Performances über historische Bezüge zum Kolonialismus und dem Selbstbild in der Gegenwart nach.  War alles nur gut gemeint und lief schief? Wo kann man da heute aktuelle Bezüge finden? Was hat das mit kulturellem Gedächtnis zu tun?

Fremde Heimat – Ein Stationen-Theaterprojekt des S4 Theaterkurses und des S2 Kunstkurses der Lessing-Stadtteilschule


„Wir wollen Veränderung für dieses Land, aber natürlich soll man die Veränderung auch sehen, langsam wird’s Zeit. Das ist genau, was wir wollen“,  rufen 16 Schüler des Theaterkurses mit Unterstützung von 20 Schülern des Kunstkurses einem sichtlich beeindruckten und auch überraschten Publikum im Foyer der Lessing-Stadtteilschule entgegen. Eine Aussage, die man diesen jungen Menschen sofort abkauft. Voller Energie steigern sie ihren Protestruf, der aus Elfride Jelineks Stück „Wut“ stammt und enden mit den Worten: „Jetzt sind wir da! Wir lassen uns nicht belehren, wir lassen uns nicht erziehen, wir ziehen jetzt los.“ Dieses Losziehen nehmen diese 37 Künstler auch wörtlich, denn unter dem Motto „Theaterspielen an anderen Orten“ wird das Publikum in Gruppen aufgeteilt und auf eine interaktive Reise rund um das Thema „Heimat“ und „Fremde“ geschickt. Auf dieser Reise erkunden die Besucher sechs Stationen, die das thematische Spannungsfeld aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln und mit unterschiedlichen Schwerpunkten beleuchten. Das Besondere daran: Die Theaterszenen werden durch ganz unterschiedliche Kunstprojekte unterstützt. So fühlt sich ein junger Mann in einem fremden Land unwohl und will wieder zurück in seine Heimat. Fremde Fabelwesen, die durch selbst hergestellte Bodyextantions, in Anlehnung an die Künstlerin Rebecca Horn, dieses Unwohlsein des Protagonisten noch weiter hervorheben, verstärkt die kalte und ungemütliche Atmosphäre.
Doch die Kunst steht  nicht nur als Unterstützung dem Theater zur Seite, sondern an Stationen auch selbst im Mittelpunkt. So kann das Publikum in „One-Minute-Sculptures“ sein akrobatisches Geschick unter Beweis stellen oder in einem dunklen Gang, der mit Schwarzlicht ausgeleuchtet wird, mit Neonkreide eigene Gedanken zum Thema „Heimat“ und „Fremde“ festhalten und damit Licht ins Dunkle bringen.
Am Ende dieser Reise werden die von Guides geführten Zuschauer wieder zum Ausgangspunkt der Reise geführt. Dabei erklingen sechs verschiedene Lieder, abgespielt von Handys der Schauspieler, die die Jugendlichen mit Heimat verbinden. Der bunte Theaterabend endet  mit biografischen Sätzen der Schüler: „Heimat ist ein Ort, an dem ich sein kann, wie ich bin“, „Heimat ist kein spezieller Ort, sondern ein Gedanke“ oder „Fremd ist mein Heimatland.“
Nach der Vorstellung sind sich alle Beteiligten einig: Es war ein abwechslungsreicher, spannender Theaterabend, der zum Nachdenken anregte und zeigte, wie toll Theater und Kunst zusammenarbeiten können.
Ein großes Dankeschön gilt dem Thalia Theater, das durch Workshops den künstlerischen Prozess unterstützt und vorangebracht hat, und besonders dem Regisseur Helge Schmidt, der durch seine dramaturgischen und gestalterischen Ideen nicht nur die Theaterszenen weiterentwickelt hat.

 

Vorlesungsbesuch des Psychologie-Profils

Am Abend des 25. Aprils 2017 besuchte das S2-Psychologie-Profil unter der Leitung von Herrn Trautsch einen Beitrag der Vorlesungsreihe „Zwang vermeiden – Gesunde Milieus fördern“ an der Universität Hamburg. Von dem Physiker und Semiotiker Privatdozent Dr. Stephan Debus bekamen die Schülerinnen und Schüler einen Einblick in den Zusammenhang zwischen psychiatrischen Zwangsmaßnahmen und misslungener Kommunikation.

Schülergespräch mit Navid Kermani und Spiegel-Gespräch mit Kermani und Bürgermeister Scholz im Thalia-Theater

Am 11.2.2017 hatten 25 Schüler/innen aus dem Religions-, dem PGW- und dem Psychologie-Profil im Rahmen der TUSCH(Theater und Schule)-Partnerschaft zwischen der Lessing-Stadtteilschule und dem Thalia-Theater die einmalige Gelegenheit, einem Schülergespräch mit dem Orientalisten und Buchautor Navid Kermani im Foyer des Thalia-Theaters beizuwohnen.
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Mottowoche des S4

Die letzte Woche des S4 Unterrichts hat begonnen und wie üblich wird eine Mottowoche daraus gemacht:

Montag: Pyjama

Dienstag: Kindheitshelden

 

Mittwoch: Nerd/Assi

Donnerstag: Alte Zeiten (70er, 80er & 90er) und Natonalitäten

Freitag: Erster Schultag

Gerechtigkeit

Was ist Gerechtigkeit?
Mit dieser Frage hat sich der S4 Kurs unter der Leitung von Frau Kähm befasst und selbst ein Stück dazu erarbeitet. Es gab Szenen, die sich mit einzelnen Aspekten wie Doping und Mobbing befassten, aber auch aktuelle politische Entwicklungen wurden in AFD Szenen beleuchtet. Alle Schüler waren sowohl in Gruppen als auch im chorischen Arbeiten zu bewundern. Es gab starke Bilder und es wurden auch kurze Anleihen bei Wut, dem Stück von Jellinek, das der Kurs besucht hatte, gemacht. Den engagierten Schülern ist zu einer gelungenen Aufführung zu gratulieren.

Projekt „Schools4tomorrow“

Am 21.02.2017 besuchten wir als die Vertreterinnen des S2-Kurses mit Religion und PGW im Profil  das Volksparkstadion in Hamburg und hatten die Möglichkeit dort an der Auftaktpressekonferenz des Schulprojektes zum kommenden Gipfeltreffen der G20 teilzuhaben.
Anwesend waren unter anderem der Projektleiter des Hamburger Wegs, der HSV-Stiftung für Hamburgs Nachwuchs (Sven Neuhaus) und der Initiator des Bündnisses und Vorstand der Stiftung Zukunftsfähigkeit von German Watch (Klaus Milke) als offizielle Begleiter dieser Pressekonferenz. Der Anlass dieser Konferenz war, dass die HSV-Stiftung „Der Hamburger Weg“ das gemeinsame, internationale Projekt „Schools4tomorrow“ vorgestellt hat,  das den Schüler/innen Hamburgs die Möglichkeit geben soll, ihre Perspektiven für die Zukunft zu entwickeln. Die Schülerinnen und Schüler werden hierfür die unterschiedlichen Rollen der einzelnen Länder des G-20-Gipfels in Austausch mit Organisationen und einer zugeteilten Partnerschule einnehmen.  Höhepunkt wird sein, eine Woche vor dem regulären Gipfeltreffen am 29. und 30. Juni 2017  im abgebildeten Rahmen die Positionen der jeweils zugeteilten Partnerschule im Volksparkstadion zu disputieren. Auch die Lessing-Stadtteilschule ist eine der ausgewählten Schulen und wir, als S2-Kurs im Fach PGW, werden Teil dieses Projekts sein und mit anderen Schulen zusammen-arbeiten. Unsere Partnerschule wird in Saudi-Arabien sein und das kann sicherlich spannend werden. Wir hatten einen erfreulichen Eindruck von dieser Pressekonferenz und finden es toll, bei diesem Projekt mitwirken zu können. Auch ist es besonders toll, dass man sich durch so eine Zusammenarbeit politisch mehr engagieren kann und dass wir wissen, dass unsere Stimme als Schüler/in auch zählt.
Amrita Patwalia
S2/ Reli-PGW-Profil
„Ich wünsche mir, dass dieses Projekt zu mehr politischem Engagement führt“, sagte Sophie Schirmer (S2) bei dieser Gelegenheit zum Pressevertreter des Hamburger Abendblatts.
„Es bietet uns nämlich die Chance, die Demokratie zu stärken, für die viele Menschen seit Jahrhunderten gekämpft haben und die nicht selbstverständlich ist, wie wir aktuell immer wieder sehen müssen.“  
Hamburger Abendblatt, 22.02.2017, S. 15

Besuch des Museums der Arbeit

Am 16. Februar 2017 besuchte der S2-Kurs Geschichte von Frau Reymers das Museum der Arbeit in Barmbek. Dabei erhielten wir durch den Museumspädagogen Jens Germerdonk einen spannenden Einblick in die Rolle Hamburgs während der Industrialisierung. Herr Germerdonk zeigte uns auch den Außenbereich des Museums, das ehemalige Fabrikgelände der New-York Hamburger Gummi-Waaren Compagnie (kurz: NYH). Dank Herrn Fey-Obersteller, der uns mit der Kamera begleitete, sind viele tolle Aufnahmen entstanden!

Schon vor dem Besuch hatten wir uns mit dem Museum der Arbeit beschäftigt und dabei herausgefunden, dass es einen engen Bezug zu Harburg besitzt: Wie bereits erwähnt, ist das Museum im ehemaligen Fabrikgebäude der NYH angesiedelt – und die NYH besaß nicht nur in Barmbek, sondern auch in der Nartenstraße in Harburg einen wichtigen Produktionsstandort. Bis 2009 wurden im Harburger Hafen Kämme aus Hartgummi hergestellt, bis die Firma in moderne Produktionsanlagen nach Lüneburg umzog. Bis heute ist die Firma vielen Harburgern als „Gummikamp“ bzw. „Gummikamm-Fabrik“ in Erinnerung geblieben.
Im Rahmen des Semesterthemas „Industrialisierung“ beschäftigen wir uns nun in einem Unterrichtsprojekt mit der Geschichte der Harburger Traditionsfirma. Bei der Recherche unterstützte uns auch Jürgen Kinter vom Medienpädagogik Zentrum Hamburg (MPZ), der über viele Jahre Filme über die Arbeitsbedingungen in der NYH produzierte. Herr Kinter stellte uns eine große Auswahl an Filmmaterial zur Verfügung, wofür wir ihm herzlich danken! Inspiriert durch die Filme und den Museumsbesuch erstellen wir nun in Kleingruppen eigene Ausstellungen zur Geschichte der NYH und ihrer Bedeutung für die Industrialisierung. Die Ergebnisse werden nach den Märzferien in der Schule zu sehen sein.
    

Lessing On Stage

Am Abend des 23. Februars 2017 konnte man zum zweiten Mal die kulturelle Abendveranstaltung „Lessing on Stage“ in der Aula der Lessing-Stadtteilschule genießen.
Ein kurzer Film befindet sich auf YouTube
Im Folgenden können Sie Foto-Impressionen von den Darbietungen aus den Fachbereichen Film, Musik, Kunst und Theater abrufen.
 
Projektleitung:
Martin Gunst
(Beauftragter für interkulturelle Kommunikation)
Fotos:
Etienne Radeke
(Schüler der Lessing-STS)

Umzug aus der Erstaufnahme (EA)

Endlich im „richtigen“ Schulleben angekommen – mit der Schließung der Erstaufnahmeeinrichtung für Asylsuchende Neuland II beginnt jetzt für unsere Schülerinnen und Schüler die schulische Normalität.

Der letzte LKW hat heute unsere Möbel für zwischenzeitlich fast 187 Kinder zurück in die Schule gebracht. Bereits am 31. Januar hatten wir beim Abschiedsfest für große Augen gesorgt: Haben wir doch bewiesen, dass man auch im tiefen Winter im Schneematsch grillen kann – vielleicht typisch deutsch, zumindest typisch Lessing. Mit tatkräftiger Unterstützung von Frau und Herrn Wedemann, unseren Hausmeistern in Sinstorf, feierten wir einen fröhlichen Abschied.

Nachdem die letzten Menschen am Mittwoch vor einer Woche die riesige Halle des ehemaligen Großhandels verlassen hatten, war der Job für unser Lehrerteam beendet. Nur einige der Kinder bleiben in unserer IVK 7/8 am Soldatenfriedhof. Alle anderen wurden oder werden nun in Internationale Vorbereitungsklassen und Basisklassen an Grundschulen, Stadtteilschulen, Gymnasien und Berufsschulen im Umland verteilt.

Einige Kinder waren nur ein paar Tage, andere einige Wochen, die meisten viele Monate lang und manche sogar von Anfang an bei uns.

Einige Kinder mussten den Weg zurück in ihre Heimat antreten. Manche harren noch immer einer Entscheidung über ihr Bleiberecht. Und viele warten auf einen Elternteil oder Geschwister, die noch in der Heimat sind.

Wir wünschen allen alles erdenklich Gute!

Nico Haupt